AWO-Kreisverband Münster plädiert für Straßenumbenennung

„Wer - wie die Arbeiterwohlfahrt – durch die Machtergreifung 1933 nicht nur zur Auflösung der eigenen Organisation gezwungen und deren Vermögen geplündert wurde, sondern auch erleben musste, dass namhafte Vertreter der Arbeiterwohlfahrt wie zum Beispiel Theodor Geringhoff in sogenannten Schutzhaft genommen und 1944 ins KZ geschickt wurden, kann zu der Fragestellung des bevorstehenden Bürgerentscheides nicht einfach schweigen!“ Helmut Hamsen, AWO-Kreisvorsitzender Münster, weist auf den besonderen Hintergrund seines Verbandes hin: „Für uns leiten sich die damaligen und heutigen Grundwerte unseres Verbandes – Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz – umso mehr aus den Erfahrungen der Zeit des Nationalsozialismus ab.“

Der Sinn der Benennung von Straßen nach Personen sei als Ehrung gedacht. Darunter in Münster auch die Namen von AWO-Mitgliedern: „Josefine Mauser, von 1919 bis März 1933 Vorsitzende der AWO-Münster, hat sich nicht dem Zusammenschluss mit der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt gebeugt und war ab Kriegsende 1945 wieder für die AWO aktiv.“ Nach ihr ist eine Straße in Coerde benannt, nach Theodor Geringhoff eine Straße zwischen Kappenberger Damm und Mersmannsstiege im Süden der Stadt.

Für den AWO-Kreisvorstand – so Helmut Hamsen – stelle ein Beibehalten der beim Bürgerentscheid zur Abstimmung stehenden Straßennamen „für alle, die sich gegen das NS-Regime gewendet haben - darunter auch Josefine Mauser und  Theodor Geringhoff – eine Herabwürdigung dar!“